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Mediation

MEDIATION ist eine besondere Art, Streit zu schlichten bzw. Konflikte zu lösen. Das Mediationsverfahren wird durch einen neutralen und unabhängigen Dritten, den MEDIATOR, geleitet. Dieser kann ein Jurist, insbesondere ein Rechtsanwalt sein, doch auch in anderen Berufsfeldern wird mediativ gearbeitet - etwa auch im Bereich von Psychologie, Pädagogik, Sozialarbeit und sogar Architektur. Das beruht darauf, dass die Aufgaben des Mediators ein eigenständiges Tätigkeitsfeld mit spezieller Ausbildung sind und so zu dem sonstigen Beruf hinzutreten. Häufig wird Mediation aber gerade im Bereich von Recht, d. bei Konflikten rechtlicher Art eingesetzt. Dabei gibt es Fälle, für die eine Mediation der geeignete Lösungsweg ist, während bei anderen Situationen die klassisch-juristischen Methoden, also die Austragung eines rechtlichen Konflikts, die angemessenen Mittel bleiben.

Die „Kanzlei Dr. Scholtz“ bietet ihrer Eigenschaft als Dienstleisterin für Rechtsfragen entsprechend auch die juristische Mediation an. Deren wichtigste Eigenschaften und Vorzüge werden im Folgenden kurz vorgestellt. Anhand dieser Merkmale kann geprüft werden, ob die Durchführung eines Mediationsverfahrens in einer speziellen Situation das geeignete Mittel zur Konfliktlösung sein könnte.

(1) Neutralität: der Mediator ist verantwortlich für das Mediationsverfahren, in welchem sich die Mediation abspielt. Dabei hat er vor allem die Kommunikation zwischen den Parteien zu fördern und etwa bestehende Machtungleichgewichte (hervorgerufen beispielsweise durch Informationsgefälle) zumindest abzuschwächen. Dies setzt eine gewisse Distanz zu beiden Parteien voraus, was Neutralität des Mediators verlangt. Aufgrund seiner - in der Anfangsphase der Mediation bestehenden - Funktion als „Brücke“ zwischen den Beteiligten kann man auch von Allparteilichkeit sprechen. Jedenfalls ist der Mediator im Gegensatz zum Rechtsanwalt nicht Interessenvertreter oder „Sprachrohr“ (nur) einer Partei. Praktische Konsequenz ist, dass der Mediator VON BEIDEN PARTEIEN beauftragt werden muss.

(2) Selbstverantwortlichkeit: da der Mediator inhaltlich neutral zu sein hat und „nur“ für das Mediationsverfahren zuständig ist, bleiben die Parteien selbst verantwortlich für alle inhaltlichen Aspekte. Dies bedeutet, die Parteien sind verantwortlich für die Auswahl der zu besprechenden Themen und vor allem für die Lösung ihres Konflikts - es wird also nicht Entscheidungsmacht an Dritte delegiert, wie es vor allem bei Gerichtsverfahren der Fall ist, wo die Autorität des Richters die der Parteien ersetzt. Dieser wichtigste Grundsatz der Mediation ist die Schlussfolgerung daraus, dass der Konflikt den Parteien „gehört“ und ihren persönlichen Verhältnissen entspringt: sie kennen „ihren“ Konflikt am besten und sollen deshalb auch bei seiner Lösung im Zentrum stehen. Diese Selbstbestimmung der Parteien führt auch zur Selbstverantwortung. Nur dann kann erreicht werden, dass ein Konflikt nicht nur oberflächlich (bei vielen Gerichtsverfahren), sondern nachhaltig überwunden wird. Damit werden nicht lediglich einzelne Rechtsfragen beantwortet, sondern alle hinter einem Konflikt stehenden Probleme erfasst.

Zusammengefasst: der Mediator stellt in Gestalt des Mediationsverfahrens einen Rahmen zur Verfügung, in dem die Parteien die nachhaltige Lösung ihres Konflikts selbst und vor allem gemeinsam entwickeln. Diese Art der Lösungsfindung ist schon ein erster Schritt zur Überwindung des Konflikts!

(3) Freiwilligkeit: Da die Parteien die Lösung ihres Konflikts selbst entwickeln sollen, also die Inhalte einer Lösung bestimmen (Selbstverantwortlichkeit), macht die Mediation nur Sinn, wenn alle Parteien dieses Verfahren auch wollen, d.h. freiwillig daran teilhaben. Dies ist ein weiterer und überaus gravierender Unterschied zu juristischen Verfahren, insbesondere mit staatlichem Zwang (Terminsladungen, Zwangsvollstreckung). Aber auch bei Einschaltung eines Rechtsanwalts durch eine Partei „spielt“ zumindest die andere Seite nicht freiwillig mit. Demgegenüber ist die freiwillige Beteiligung ALLER Parteien bei der Mediation ein prägendes Moment und muss deshalb bis zum Abschluss der Mediation andauern, was bedeutet, dass jeder Beteiligte die Mediation jederzeit beenden kann - auch der Mediator selbst! Dies ist die logische Konsequenz aus der Selbstverantwortlichkeit, denn nur, wer freiwillig an dem Mediationsverfahren mitwirkt, handelt auch selbstbestimmt.

(4) Informiertheit und Vertraulichkeit: Informiertheit bzw. Transparenz bewirkt „Waffengleichheit“ der Beteiligten, welche ihrerseits für eine nachhaltige Konfliktlösung notwendig ist. Das Fehlen eines Informationsvorsprungs beginnt schon damit, dass der Mediator nicht von einer Seite „losgeschickt“, sondern von allen Beteiligten beauftragt wird. Es setzt sich fort in der Art und Weise, in der das Mediationsverfahren abläuft, wobei der Mediator den Parteien vorab gewisse „Spielregeln“ erläutert und im Folgenden für deren Einhaltung sorgt. Auch durch den Einsatz bestimmter Arbeitstechniken wird das Prinzip der Informiertheit sichergestellt. Ein weiterer wesentlicher Grundsatz der Mediation ist schließlich die Vertraulichkeit: sowohl der Mediator ist zum Stillschweigen über erhaltene Informationen verpflichtet als auch die Parteien untereinander! Der Mediator sollte sich in der Mediationsvereinbarung deshalb verpflichten, in einem späteren Gerichtsverfahren nicht als Zeuge oder Sachverständiger auszusagen, soweit die Aussage den Gegenstand der Mediation betreffen würde.

Rechtsanwalt Dr. Tibor Scholtz hat seine Ausbildung zum Mediator an der FernUniversität in Hagen absolviert. Diese Ausbildung umfasste unter anderem ein Fernstudium mit einem Bearbeitungsaufwand von 165 Stunden (von der Rechtsanwaltskammer Stuttgart für die Anerkennung derzeit geforderter Mindestaufwand: 90 Stunden) sowie eine praxisbezogene Ausbildung in Gestalt von Präsenzseminaren. Außer sämtlichen Komponenten der spezifisch juristischen Mediation wurden dabei auch die Psychologie der Mediation sowie aktuelle Erkenntnisse der Kommunikationswissenschaft vermittelt.